
Bevor Cerago Licht wurde, war da erst einmal ziemlich viel Glut.
Cerago entstand nicht aus einem perfekten Moment. Ganz im Gegenteil.
Es gab einen Moment in meinem Leben, der von jetzt auf gleich alles auf den Kopf gestellt hat.
Und wenn ich heute daran zurückdenke, passt ausgerechnet eines meiner Designs ziemlich gut zu mir damals: ein Vulkan.
Denn genau so habe ich mich in diesem Moment gefühlt.
Erst kam die Explosion.
Dann die Stille danach.
Und genau mit dieser Stille wusste ich zunächst überhaupt nichts anzufangen.
Meine Gedanken drehten sich ständig um dasselbe und irgendwann wollte ich einfach nur noch meinen Kopf ausschalten.
Also suchte ich Ablenkung.
Ich begann mit Wachs zu experimentieren, probierte Farben und Formen aus und machte meine ersten Kerzen.
Nicht, weil ich eine Marke gründen wollte.
Nicht, weil ich einen großen Plan hatte.
Ich wollte einfach für ein paar Stunden an etwas anderes denken.
Und es funktionierte.
Während ich etwas mit meinen Händen erschuf, wurde es in meinem Kopf ruhiger.
Ich bekam neue Ideen, probierte weiter, verwarf Dinge und fing wieder von vorne an.
Und irgendwann merkte ich: Ich freute mich wieder auf etwas.
Aus Ablenkung wurde ein Hobby.
Aus dem Hobby wurde Leidenschaft.
Und irgendwann bekam das Ganze einen Namen:
CERAGO.
Heute denke ich manchmal darüber nach, wie verrückt es eigentlich ist, dass ausgerechnet aus einer Zeit, die ich am liebsten aus meinem Leben gestrichen hätte, etwas entstanden ist, auf das ich heute so stolz bin.
Cerago entstand nicht, weil damals alles gut war.
Cerago entstand, weil es das nicht war.
Und vielleicht bedeutet mir deshalb ausgerechnet „Sizilianische Glut“ so viel.
Der Vulkan erinnert mich nicht daran, was damals passiert ist.
Er erinnert mich daran, was danach passiert ist.
Daran, dass Wut irgendwann leiser wird.
Dass aus Chaos wieder Ideen entstehen können.
Und dass etwas, das sich zunächst wie ein Ende anfühlt, manchmal Platz für etwas schafft, das vorher noch gar nicht da war.
ICH WAR GLUT.
HEUTE BIN ICH LICHT.
Und genau dieses Gefühl steckt für mich in Cerago.
Nicht die Geschichte von dem, was mir genommen wurde,
sondern die Geschichte von dem, was ich danach selbst erschaffen habe.
Cerago ist nicht das, was nach der Explosion übrig blieb.
Cerago ist das, was danach entstanden ist.